vonAhoi

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Ja, ganz weit weg, so weit wie möglich, das möchte ich manchmal. Heute ist so einer dieser Tage, an denen einfach nichts klappt und man die Zettel mit den Aufgaben und die To Do Liste auch auf ein Schiff packen möchte Richtung Takka-Tukka-Land. Und „Over the seas“ klingt ziemlich weit weg und passt daher zu so manchen Tagen, die eigentlich jede Mutter kennt, oder? Ich fühle mich immer ganz schlecht, wenn ich einfach zugebe, dass ich die Zeit ohne das Bärenkind auch genieße. Das heißt ja nicht, dass ich ihn weniger liebe sondern eher, dass ich meine Akkus auflade um dann wieder die beste Mutter sein zu können, die ich nur sein kann. 

Wenn wieder so eine ich-schick-mein-Kind-nach-Übersee-Phase bei uns ist, dann versuche ich ruhig zu bleiben und fühle mich ein wenig wie eine Rettungsboje, die da so leuchtend rot im Meer umherschippert, mal ruhiger, mal aufgewühlter aber weg kann man nun mal nicht. In etwa so ist das auch mit Kindern zumindest mit meinem. Doch ich bin auch seine Rettungsboje, es wäre schlimm wenn ich mich einfach entziehen könnte, denn so sehr ich leide wenn wir uns streiten, ich wette dem Bärenkind geht es mindestens genauso wie mir und er leidet auch. Aber wie kommt man aus dem Kreis der Banalität wieder heraus und wie kann man die Wogen wieder glätten? Gute Frage – lange Antwort.

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Gerade heute, vor nicht einmal einer Stunde hatten wir ein Drama, welches verdient im Post erwähnt und somit zeitgleich verarbeitet zu werden. Das beste an der Geschichte ist der Anlass unseres Disputes. Leser aus Mecklenburg-Vopommern, Brandenburg und Berlin kennen vielleicht den „Lila-Bäcker“ und die leckeren doppelten Brötchen. Das sind zwei megaleckere, riesige, fluffige Weißbrötchen zusammengebacken und man muss dieses trennen um eines davon zu essen. Nun ja, ungünstig, dass ich schon Brötchen und Brot aufgeschnitten habe und das Bärenkind natürlich das größte noch ungetrennte Doppelbrötchen haben möchte um es dann selbst zu trennen. Bestimmte Dinge müssen für Kinder magisch sein, unter anderem Dinge zu nehmen, die sie eigentlich nicht nehmen sollen. Ich bat darum, dass er ERST das Aufgeschnittene nimmt, weil sonst alles austrocknet bis morgen. Ich hätte ebenso sagen können, ich nehme sein ganzes Spielzeug – wirklich ALLES und schmeiße es in die Mülltonne. Die Reaktion wäre die gleiche gewesen.

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Innerhalb von Sekunden hatten wir einen Sturm der Gefühle, welcher auch die Schiffe auf dem neuen Stoff vom Stoffonkel untgehen lassen hätte.  Manchmal hilft eine Auszeit, oder ein Wutkissen, oder einfach kurz rausgehen. Doch oft reicht auf einfach mal kurz und kräftig aneinanderrasseln und dann ist schon wieder kuscheln angesagt.  Was ich erst lernen musste ist, es NICHT persönlich zu nehmen…denn Kinder machen das nicht um uns zu ärgern. Für sie bricht wirklich die Welt zusammen, wenn sie nicht an der Ampel den Knopf drücken dürfen, wenn die Lieblingsmütze in der Wäsche ist oder wenn jemand anders „seine“ Tasse hat.

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Was kann man da sonst noch machen? Vielleicht hatte schon der ein oder andere die Assoziation durch die Fotos hier – ich bin kurz davor einen Holzschuppen zu bauen und dem kleinen Mann ein Taschenmesser unr Holz zu schenken – dann geht es ab in den Holzschuppen wir bei Michel aus Lönneberga. Das ist zur Zeit eine unserer Lieblingsgeschichten, sei es als Buch, Hörspiel oder ab und zu mal im Fernsehen. Und weil das Bärenkind Michel so sehr liebt, hat er sich gleich mal MEINE neue Mütze geschnappt. Die habe ich mir vor ein paar Wochen im Sale bei Hasi und Mausi gekauft, weil ich dachte, dass die vielleicht als Accessoire für ein Fotoshooting praktisch sein könnte. Nun ja, er hat im wahrsten Sinne des Wortes eine echter Dickkopf – ihm passt sie leider auch und daher hat er jetzt eine Michelmütze. Und vielleicht ja auch bald nen Holzschuppen :-)

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Stoffe Pulli – Over the seas, Ringel schwarz/weiß, Bündchen schwarz vom Stoffonkel (OTS ist JETZT vorbestellbar, ausgeliefert wird ab 19.01.2016)

Schnitt Pulli – Louis von Kibaboo

Stoffe Hose – Magnus Breitcord schwarz von MiraRostock, Bündchen Stoff & Stil

Schnitt Hose – Lieblingsbuxe von Fred von Soho

 

 

Annelie

6 Comments

  1. Antworten

    schaumzucker

    Jan 12

    Hach ja .. solche Momente kenne ich leider auch zu gut und diese ewigen Diskussionen erst ..

    Gerade erst am Wochenende hatte ich auch den dringlichsten Wunsch einfach schreiend weg zu laufen oder mich einfach mal im Bett zu verkriechen und die Decke über den Kopf zu ziehen.

    Uns hat dann „raus aus der Bude“ geholfen. Einfach mal auf den Spielplatz und fangen im Sand spielen. Das juchzen von unserer Großen hättest du mal hören sollen.

    Jedenfalls .. ein ganz tolles Outfit hast du dem Bärenkind da genäht und es tut mir echt leid sagen zu müssen aber die Michelsmütze steht im wirklich ausgezeichnet 😉

    Drück dich feste :*

    • Antworten

      Annelie

      Jan 12

      Ui, meine ANNA – das ist so lieb von dir hier zu lesen aber bald haben wir uns ja wieder!!! :-* Und dann drück ich dich ganz feste… ach und wenn wir uns sehen – hach, wir haben die Kinder gar nicht mit, schade 😀 !!! Das holen wir dann mal nach!

      • Antworten

        schaumzucker

        Jan 12

        Ich freue mich auch schon sehr! Und mit unseren beiden ToDo-Listen vergeht die Zeit bis dahin sowieso wie im Fluge 😉

  2. Antworten

    doros kinderreich

    Jan 12

    Liebe Annelie!
    Solche Situationen kenne ich nur zu gut – bei fünf Kindern wohl noch viel mehr als du…
    Manchmal hilft es in der Situation auch, einfach irgendetwas komisches zu machen, womit das Kind absolut nicht rechnet.
    Dein Kleiner ist aber echt ein Süßer! Dem kann man bestimmt nicht lange böse sein…
    Tolles Outfit!
    Liebe Grüße,
    Doro

  3. Antworten

    Ani Lorak

    Jan 15

    Wer kennt Sie nicht diese Situationen? Bewährter Zielort für die Kids dann: der Mond! Trotz alle dem ohne möchte ich nicht mehr sein. Wir sind zu 4. komplett und falls mir das Bedürfnis nach mehr, dann wenden mich denen der Nachbarschaft zu – da sind 3 – der jüngste noch keine 2 und hach: schön! Wer das nicht erlebt, dem feht etwas. Ich bin auch der Meinung, dass Managerseminare unbedingt ein Kommunikationsseminar besuchen mit dem Inhalt: Diskussion mit Trotzkind. Setze Dich durch ohne zu sagen: Ich bin aber der Boss… Nein – im Ernst. Jede Mutter kennt diese Situation und wer dies bestreitet, der belügt sich selbst. Aber das gehört dazu: die große Spanne der tiefen Emotionen. Toller Pulli im Übrigen. Gefällt mir sehr gut!

    • Antworten

      Annelie

      Jan 18

      ja, ich bin der Boss… immer, na gut, fast immer ….meistens… nein im Ernst – echt oft….ok, nicht so oft wie ich mir das wünsche…aber immerhin, ab und zu…ok, viel zu selten!!!

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