vonAhoi

bygraziela_leaf_mutig

Nur Mut – trau dich! Oder… trau deinen Kindern etwas zu! Immer wieder bin ich überrascht wie groß mein Kind geworden ist. Immer wieder bin ich überrascht, was er schon alles kann und noch überraschter bin ich, was ich ihm alles nicht zutraue obwohl er es schon längst kann. Die Sorge um das Kind beginnt mit der Geburt und nur jemand der Kinder hat, kann genau dieses Phänomen verstehen. Es ist ein Gefühl, eine Sorge, ein Umsorgen, welches man so bei keinem anderen Menschen spürt. Und trotzdem muss man diese Gefühle immer wieder einmal ausschalten, damit die Kinder groß werden können und vor allem selbstständig. Denn so stolz wir oft mit geschwollener Brust verkünden WAS sie schon alles können, so oft lassen wir auch vieles nicht zu was sie vielleicht schon fast können oder was vielleicht noch nicht so reibungslos abläuft und wir befürchten im Nachhinein mehr Arbeit zu haben.

Ich bin auch nicht immer gut im „einfach mal machen lassen“ und dem Bärchen diesen Freiraum zu gewähren, aber ich versuche es. Eine wichtige Message ist außerdem, wenn du etwas möchtest, dann frag danach. Warte nicht darauf bis dir etwas angeboten wird. Trau dich, nur Mut, denn mehr als „Nein“ geht nicht. Doch meistens sind die Leute von einem netten Nachfragen so positiv überrascht, dass es zu diesem befürchteten „Nein“ gar nicht erst kommt.

MutFahrradCollage

Dazu möchte ich eine kleine Geschichte erzählen. Durch die Fotos wird es vielleicht sogar eine Bildergeschichte. Es war einmal ein wunderschöner Tag im Herbst und wir waren mit dem Fahrrad unterwegs beim Pommerschen Landesmuseum. Dort ist ein kleiner Wasserlauf, und Wasser hat so eine magische Anziehungskraft auf Kinder. Das Bärenkind wollte unbedingt mit dem Fahrrad durchfahren und ich ratterte im Kopf gleich sämtliche Szenarien durch von hinfallen wegen der kleinen Kante die zweimalig mit dem Fahrrad überwunden werden musste bis zum nasse-Hose-Intermezzo oder gar GanzKörper-Dipping bei umfallen des Fahrrades. Denn so lange kann er noch gar nicht Rad fahren aber er fährt wirklich erstaunlich gut und vor allem auch schon lange Strecken (seht ihr die typische stolze Elternbrust?) Nun gut, er hat es gemeistert und fährt wie ein kleiner Rennfahrer immer wieder druch die Riesenpfütze und es passiert sogar, dass er ab und zu mit dem Rad in der Luft hängt weil er so schwungvoll und schnell rumkurvt. Aber plötzliches innehalten, sehnsuchtsvoller Blick. Mhmmm, was ist denn das hinten los?

BlickSkateboardCollageMama, was machen die großen Jungs da? Ach die? Die haben ein Skateboard und probieren neue Tricks aus . Nach ein paar Minuten intensiver Beobachtung kam ein Blick: „Das möchte ich auch mal ausprobieren“. An sich kein Problem aber leider hatte ich kein Skateboard am Mann (an der Frau) und daher blieb mir nur zu sagen: „Frag doch mal einen der Jungs, ob du auch mal drauf darfst und es ausprobieren kannst“ Und ehe ich mich versah war das Rad schon abgestellt und er unterwegs zu den Großen. Und er hat sich getraut, ganz allein hinzugehen, zu fragen und sie haben ihn verstanden und vor allem auch seinen Wunsch erfüllt. Das war solch ein Erfolgserlebnis und solch eine Bestätigung für ihn, davon zehrt er wahrscheinlich noch ein paar Wochen. Es gab keinerlei Berühungsängste und obwohl das wildfremde coole große Jungs waren haben sie sich sehr nett um ihn gekümmert.

aufdemBoardCollageDas mit dem drauf stehen klappt zwar noch nicht so ganz aber spannend ist es allemal. Und was kann man damit nun noch so genau machen? Da kann man sich bestimmt auch prima draufsetzen und hin und herrutschen oder? Ja, kann man und dann sieht das Ganze so aus:

aufdemBoardCollage2Ich glaub am liebsten wäre er mit diesem Ding nach Hause gerollert aber das geht ja nicht. Allerdings hab ich auch noch so ein schickes Teil aus meiner Jugendzeit und sollte doch mal gründlichst im Keller suchen. Da würde sich jemand bestimmt sehr freuen. Doch unabhängig von diesen tollen Bilder möchte ich eigentlich damit etwas ganz wichtiges zum Ausdruck bringen: er hat sich geTRAUT! Und ich habe ihm zugetraut das alleine hinzubekommen. Und genau dieses Vertrauen in sich selbst versuche ich ihm täglich zu geben – natürlich nur in einem Maße wie es ein dreijähriger auch bewältigen kann. Wenn wir beim Bäcker sind, kann er selbst bestellen, wenn er im Restaurant keine Karte bekommen hat geht er los und fragt, ob er auch eine haben darf, wenn beim Puppentheater jemand seine Kekse aufisst, sagt er, dass das nicht geht. Für uns ist das vielleicht selbstverständlich, da wir täglich alles selbst machen aber für ihn sind das alles Erfahrungen.

SkateboardCollage

Das jetzt das schicke Board auch noch den Namen Grizzly trug und somit wirklich mehr als prädestiniert für diesen Shoot war und das das orange identisch mit den tollen Ringelbündchen des neuen Lieblingspullis ist, ist purer Zufall. Obwohl, ich glaub ja nicht so ganz an Zufall, eher an Schicksal (aber dazu habe ich demnächst noch DIE Story für euch!!!). Dann war es wohl Schicksal, dass mir Nina von bygraziela das letzte türkise Fitzelchen Blätterweat geschickt hat,  es meinem Kind so gut gefallen hat, dass nicht ich sondern ER etwas daraus genäht bekam und es dann perfekt zu eben diesem Board passte!

Aber das ich ihn vieles selbermachen lasse ist kein Schicksal – sondern pure Absicht!

Unterschrift Annelie vonAhoi

 

 

aufdemBoardCollage2

 

 

 

Annelie

11 Comments

  1. Antworten

    JANuAry

    Okt 14

    Wahnsinnig schön geschrieben, liebe Annelie!
    Und die Bilder sind grandios!
    Ich bin ja auch eher so eine „Pass-auf-Fall-nicht-hin-Mach-dich-nicht-nass-usw.“-Mutter. Vielen Dank fürs Wachrütteln. Ich glaub, ich werde mir nachher das Fahrrad der kleinen Maus schnappen und sie einfach mal fahren lassen. *bibber*
    Liebe Grüße, Jana

  2. Antworten

    Sanni

    Okt 14

    Moin liebe Annelie!
    Hach ja, meine Beiden sind vier und fünf, und ich weiss genau, was Du meinst!! Man muss sich manchmal wirklich überwinden, sie großwerden zu lassen! Aber ich machs genau so wie Du, beim Bäcker selber bestellen, fragen, wenn man etwas möchte, …
    Der Pulli von Deinem Mini-Mann ist der Hit! Und wie der farblich zum Grizzly-Schriftzug passt!! Stark!!

    Ganz ganz liebe Grüße!
    Sanni (c:

  3. Antworten

    Mona

    Okt 14

    Huhu Annelie!
    Wow, was für ein toller Text! Das mutige Bärchen! Klasse! Der Pulli ist total schön! Freue mich auf die Story die du uns demnächst erzählst!
    Festen Drücker, Mona

  4. Antworten

    Lee

    Okt 14

    So schön geschrieben!
    Ich glaube ich bin die Weltmeisterin im schwarz ausmalen von Horrorszenarien…meine arme Kinder :-) Aber ich habe gelernt loszulassen…heißt bei mir – ich lasse sie alles machen, lächele dabei, schwitze und sterbe innerlich :-)
    Liebste Grüße,
    Lee

  5. Antworten

    juliBuntes

    Okt 14

    Eine schöne Geschichte Annelie! Und Recht hast du, wenn wir sie nicht lassen, bleiben sie ewig am Rockzipfel hängen. Da ist es allemal wert, dass einem das Herz hier und da mal in die Hose rutscht. Am Ende ist eben auch die Elternbrust vor Stolz aufgegangen und die Kinder enorm gewachsen!
    Viele liebe Grüße
    Julia
    P.S. und so schön gekleidet das Bärenkind! Den Stoff hab ich auch noch liegen…

  6. Antworten

    Maunzerle

    Okt 14

    Was ein toller Post!!!
    Ja, es stimmt. Nicht nur die Kinder müssen lernen sich zu trauen, auch wir müssen lernen zu VERtrauen!
    Es ist nicht immer leicht und manchmal klappt es besser, manchmal nicht …
    Aber zusammen schafft man das!

    Ich finde es toll, wie mutig er war und dann auch super gut, dass die `coolen`Jungs ihn nicht weggeschickt sondern geholfen haben!!!!
    Davon brauchen wir mehr!

    Die Fotos sind der Knaller! Auch wenn es Zufall äh eher Schicksal war 😉
    LG Maunz

    • Antworten

      Ani Lorak

      Okt 19

      Hallo, richtig! Trauen geht Hand in Hand mit Vertrauen! Schöner Post! Wahre Worte! und ja auch ich bin manchmal panisch – aber glaube das ist normal und als Mutter kennt man Gefühle, die man nie für möglich gehalten hätte. Aber auch wir sollten uns öfter trauen und auch öfter vertrauen! Schöne Bilder ! und ja oft schließt sich der Kreis!

      Liebe Grüße

  7. Antworten

    Prülla

    Okt 14

    Annelie, sooooo schön! Text, Bilder, Kopfkino dazu. Mit einem Schmunzeln und einer Träne im Augenwinkel. Es ist schön, dass wir uns so viele Gedanken machen. Das soll bei Eltern so sein, muss so sein! Das ist Liebe 😉 Liebe Grüße Danie

  8. Antworten

    Christina

    Okt 15

    Wahre Worte! Toll geschrieben und unheimlich schöne Bilder!!
    Liebe Grüße
    Christina

    P.S.: Woher ist dieser coole Helm? Ich suche noch eine Alternative zu den Normalo-Fahrradhelmen :)

    • Antworten

      Annelie

      Okt 15

      Hallo Christina, der Helm ist von der Firma UVEX und der ist wirklich super und schützt den ganzen Kopf super! Gibt es auch noch in anderen tollen Farben!

  9. Antworten

    Nicole

    Okt 17

    Das hast du so toll geschrieben. Jede Zeile stimmt und ist so voller Mama-Liebe. :-)

    Ich liebe deine Beiträge und sauge förmlich immer alles in mich rein!

    Eine schöne Zeit und fröhliche Grüsse,
    Nicole

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